In der Presse... Umschlagtext Leseprobe

Sahlheimer. Roman.

Ein Psycho-Krimi und Campus-Roman – ein Satire auf den deutschen Universitätsbetrieb und ein obsessiver Liebesroman.

dtv, München 2002, 196 S., 8 € (Originalausg. vergriffen)

 

In der Presse...

"Lothar Schöne ist mit 'Sahlheimer' ein Roman geglückt, der mit psychologischer Spannung aufgebaut, von Witz und Ironie in Bewegung gehalten wird und mit zeitkritischer Analyse versehen ist." Originalausgabe, Merlin-Verlag, 1984
Michael Zeller, Nürnberger Nachrichten.
 
"Schöne, eines der raren Erzähltalente in Deutschland, verbindet eine Mordgeschichte mit der Travestie des deutschen Universitätslebens und lockt den Leser in ein phantastisches Vexierspiel."
Günther Schloz, Schweizer Bücherpick
 
"Meist ist in der deutschen Gegenwartsliteratur Monotonie und Mangel an Phantasie zu beklagen. Bei Schönes 'Sahlheimer' ist es genau umgekehrt. Man bedauert auf der letzten Seite, daß die Leselust schon ein Ende hat."
Günter Krall, Die Rheinpfalz.
 
"Es fängt wie ein guter Krimi an... doch dieser Kommissar Brosius ist seiner Aufgabe nicht gewachsen. Wie er scheitert auch der Roman."
Hamburger ´Nordwoche´
 
"Mit ´Sahlheimer´ist Lothar Schöne ein so vergnügliches wie gescheites, ein mit so viel Phantasie wie Kunstverstand verfaßtes Werk gelungen."
Karl-Markus Gauß im ´Wiener Tagebuch´
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Umschlagtext

Professor Ernst Sahlheimer, Junggeselle, Ende Dreißig, wird tot aufgefunden. Es gibt keine Zeugen, niemand hat etwas gehört. Kein leichter Fall für Hauptkommissaar Brosius und seinen Assistenten. Wer erschießt einen Literaturwissenschaftler und aus welchem Grund? Im Prinzip ist jeder verdächtig - auch oder gerade die Kollegen an der Universität. Doch die Ermittlungen hier und bei den wenigen Mainzer Bekannten bringen nur die Erkenntnis, daß es sich bei dem Toten um einen Sonderling handelte. Da bekommt Brosius, der sich immer stärker mit dem Opfer identifiziert, ein recht merkwürdiges Tagebuch in die Hände, das möglicherweise den Schlüssel für den Fall Sahlheimer enthält.

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Leseprobe

Der Tod vor der Haustür

Heute morgen meldete mir Johannes den Mord. Ich war kaum im Büro. Ich mag das nicht. Früh am Morgen Katastrophennachrichten. Das schlägt mir auf den Magen. Ich habe zu ihm gesagt, wir wollen erst mal einen Kaffee trinken, bevor wir rausfahren. Ich sage natürlich >>Herr Nachtweh<< zu ihm. Ich weiß gar nicht, wie er mit Vornamen heißt. Vielleicht Manfred oder Dieter. Nur bei mir nenne ich ihn Johannes.

Die Kollegen hatten schon alles abgesperrt, als wir ankamen. Ein kleines Häuschen, fast wie ein Gartenhaus, drumherum Büsche und ein paar Bäume. Alles ziemlich abgemagert. Das lag auch an der Jahreszeit. Wenn man zum Haus hin wollte, mußte man ein knarrendes Gartentor aufstoßen, an dem kein Schloß hing. Dann noch zwanzig Meter auf einem Schotterweg, und man stand vor der Haustür. Zwei Schritte davor lag er. Ganz ruhig und undramatisch, als ob er schliefe. Sauberer Herzschuß, das sah ich sofort. Der Arzt bestätigte es mir später. Das Geschoß hatte von vorn das Herz durchschlagen und war dann im Rückenmuskel steckengeblieben. Blut war nicht zu sehen. Das mag ich. Es gibt auch die verkrümmt daliegende Leiche mit verquollenen Augen und aus der Nase durchsickerndem Blut. Ekelhaft. Es geht nichts über einen blutlosen, sauberen und ordentlich daliegenden Leichnam. Der hier sah aus, als würde er schlafen. Das mag ich besonders. In diesem Geschäft entwickelt man mit der Zeit eine gewisse Ästhetik. Johannes sicherte die Spuren. Das macht er gut, jedenfalls mit Eifer. Ich sehe mir alles aus ein paar Metern Entfernung an. Die Beamten glauben dann, ich würde nachdenken. Aber ich denke gar nicht nach. Mir geht nur das Bild ein, wie der Tote, nachdem mit Kreide seine Lage gekennzeichnet wurde, auf die Trage gelegt und in den Transporter geschoben wird. Dann frage ich Johannes, ob er alles aufgenommen hat. Johannes nickt meist und erzählt etwas über den Toten, worauf ich Aha und Mmmh sage. Dieser hier heiße Sahlheimer,...

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