In der Presse... Klappentext Leseprobe

Maximundus. Miniaturen aus dem Leben eines Stadtschreibers.

Verlag Hermagoras/Mohorjeva, Klagenfurt-Wien 1995, 110 S.

 

In der Presse...

Maximundus
„Schöne hat die Kärntner durchschaut und hält in seinen Miniaturen Sein und Schein sorgfältig auseinander.“
Salzburger Nachrichten
 
„Keine gelackten Postkartenbilder sind hier zu betrachten, sondern hintersinnige Betrachtungen. Für diese Sammlung sollte Klagenfurt seinem ehemaligen Stadtschreiber dankbar sein.“
Die Welt
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Klappentext

Lothar Schöne, der Stadtschreiber, zeigt sich in diesem Buch als Stadtflaneur. Mit dem Blick des Fremden beschreibt er das täglich Gewohnte und allzu Vertraute so, daß es neu erlebbar wird. Meist sind es kleine Szenen und Beoachtungen aus dem Leben der Stadt und ihrer Bewohner, die, gefiltert durch Ironie und Sprachwitz, mehr über das Lebensgefühl einer Region aussagen als lange und gelehrte Abhandlungen. Die Miniaturen zeigen, wie der Fremde und Gast zum Kenner wird, der hinter die Fassaden zu blicken versteht. Wie nebenbei kommt Lothar Schöne auch jenen Charakterzügen der Kärntner auf die Spur, die man den Touristen nicht zeigt. So finden sich in diesem Buch neben liebevollen Schilderungen und faszinierter Landschaftsbeschreibung auch Passagen subtiler Bosheit. All das liest sich mit Vergnügen und Genuß. Schönes Notizen sind ein Spiegel unseres Landes und seiner Facetten: Klagenfurt und Kärnten en miniature.

Fred Dickermann, ORF

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Leseprobe

Stadtschreiber I

Was macht eigentlich ein Stadtschreiber? Ich bin es schon häufig gefragt worden, und erst kürzlich zog mich der Herr Dompfarrer zur Seite und teilte mir lächelnd mit: „ Ich würde es zu gern wissen. Welche Aufgaben hat ein Stadtschreiber? “

Nun gut, es sei nicht länger verschwiegen, niemand soll mehr rätseln und schlaflose Nächte verbringen, das Geheimnis sei hiermit offenbart. Der Stadtschreiber schreibt die Urkunden der Stadt. Er sitzt an seinem Schreibtisch und schreibt unendwegt die Urkunden der Stadt. Und zwar in Schönschrift. Denn er ist ja ein Schriftsteller, der schön schreiben kann oder es wenigstens können sollte.

So sitze ich in meiner Klause in der Reitschulgasse und bin ausgesprochen ausgelastet. Wieviele Sachverhalte habe ich schreiberisch zu bewältigen! Was gibt es nicht alles schönzuschreiben! All die Heimsuchungen, Beförderungen, Erklärungen! Nur eine Hoffnung bleibt mir: daß auch mir eines Tages der Ritterschlag verabreicht, ich meine unter dem Türspalt zugeschoben wird: meine Ernennung zum Hofrat!

Wie herrlich muß es sein, Stadtschreiber und Hofrat in einer Person zu sein.

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