In der Presse... Umschlagtext Leseprobe

Friedmann kommt immer. Erzählungen.

Zwanzig Kurzgeschichten und Erzählungen, die vom Einbruch des Außergewöhnlichen in den banalen Lebensalltag erzählen.

Gollenstein Verlag, Blieskastel 1998, (mit beigefügten Collagen), 246 S., 39,80 DM

 

Friedmann kommt immer

In der Presse...

" Lothar Schöne belebt die schon oft totgesagte Form der Kurzgeschichte nicht nur wieder, er setzt mit seiner Sammlung von Erzählungen auch neue Maßstäbe."
Wiesbadener Kurier
 
"Meisterhafte Fingerübungen... die Liebe (oft die Erotik) und der Tod sind Schönes Grundthematik, doch so cool und witzig er sich vordergründig gibt, er erzählt mit wahrhaft metaphysischem Tiefsinn."
Nürnberger Zeitung
 
"Schönes Geschichten sind ironisch und satirisch, frech und frisch fabuliert. Witz und Wärme kommen von einem Autor, der mit Herz und Verstand erzählt und die Lust zu Lachen weckt."
Hannoversche Allgemeine Zeitung
 
Schöne hält sich wohl befähigt, über alles schreiben zu können. Dabei verkommt alles zu einer halbautomatischen Gebrauchsprosa.
Allgemeine Zeitung Mainz
 
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Umschlagtext

„Sie Schnurrte, er roch, er roch, sie schnurrte. Sie schnurrte ihn auf. Halt, rief er, nein, bitte, ich will ja. Sie zog ihn mit ihren Dolchen zu sich. Die Nägel ritzten ihm den Rücken. Blut floß. er taumelte in ihren Blick. Schon lag er auf dem Rücken.
Er stöhnte auf. Und sie war über ihm. Und leckte ihm die Brust. Und drückte ihm die Kehle. Komm, süßer Tod."

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Leseprobe

 

Leffeb rettet sich

 

Sofort, als er sie erblickte, war Benno Leffeb erschrocken. Er hatte am Geländer gelehnt, versunken im Augenblick, als diese Frau mit dem Gesicht wie aus Stein und den schwarzen, schmal nach hinten gezogenen Augenbrauen entlangkam, den Blick weit an ihm vorbeiziehend. Benno Leffeb vergaß augenblicklich seine Gedanken, sich selbst auch. Er wußte nicht, was ihn hatte erschrecken lassen. Die Kälte in ihrem Gesicht, die Selbstsicherheit ihrer Bewegungen? Er starrt ihr hinterher.

Im Erdgeschoß sah er aus dem Fenster, als sie auf der anderen Seite vorbeiging. Wie eine Raubkatze, geschmeidig und elegant, den Kopf ein wenig nach hinten gelegt. Ihm wurde angst. Er schlich ihr nach.

Sie war verschwunden. Sie war in der Cafeteria verschwunden. Er durchwühlte den ganzen Raum mit den Augen. Er warf Tische um und Stühle, pflügte sich durch die Menge, der Kaffe schwappte noch in den entferntesten Tassen. Da kam sie ihm entgegen. Ihr Gesicht blendete ihn. Er wendete sich ab, als hätte er besseres zu tun, taumelte zum Zigarettenautomaten, drückte alle Tasten wie ein Klavierspieler. Doch sie stand schon neben ihm. Er wagte nicht den Kopf zu drehen. Drehe ich ihn, drehe ich ihn mir ab, dachte es in ihm. Das Herz schlug in seiner Mundhöhle. Er konnte nichts sagen. Das Herz würde ihm herausspringen, wegspringen, davonspringen. Und was sollte er ohne das Herz denn machen? Verloren war er. Schon verloren. Nichts als verloren. Er hörte Worte. Sie sprach. Sie sprach mit ihm. Er riß sich zusammen. Nur nicht schlapp machen jetzt. Bitte! Markstücke? Nein! Doch! Nicht genug. Zigarette?

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