In der Presse... Umschlagtext Leseprobe

Der Einzelkämpfer. Roman.

Eine studentische Karriere, erzählt bis zum bitteren Ende.

Merlin Verlag Hamburg, 1980, 138 S., vergriffen.

 

In der Presse...

"Ein beachtlicher Erstlingsroman. Mit großem sprachlichen Können bekommt hier der Bruch zwischen überzogenen Lebenshoffnungen und der absoluten Perspektivlosigkeit des ŽNo futureŽ eine gültige Form." Der Einzelkämpfer
Mannheimer Morgen
 
"Die Geschichte ist das literarische Dokument einer Generation, die keine Utopien mehr hat, sondern Alpträume."
Thomas Rothschild, Frankfurter Rundschau
 
"Aus Schönes Erstling spricht eine hohe Sensibilität, eine Poesie, die ihn zu wirklicher Dichtung macht."
W. A. Güth in Ždie BüchereiŽ
 
"Das Studentendasein beschrieben als psychologische Studie, als Prozeß, der den Zerfall einer Person zeigt, so suggestiv wie exakt dargestellt."
ZDF-aspekte
 
"Ich halte die Innerlichkeit dieses Romans für sehr gefährlich. Der Held schwimmt auf Gefühlsduseleien davon. Außerdem ist das Buch für diesen Inhalt zu teuer."
Maximilian Ruethlein in 'Ulcus Molle'
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Umschlagtext

Unter 100 Studenten sind mehr als 20, die sich mit dem vorgezeichneten Weg nicht abfinden wollen. Einer davon ist Lothar Schönes >>Einzelkämpfer<<. Das Leben scheint ihm reichere Möglichkeiten zu bieten als den Betrieb im Seminar und die absehbare Zukunft nach dem Examen. Die Trostlosigkeit des Karriere-Alltags soll nicht seine unausweichliche Zukunft sein.

Von denen, die aussteigen, wenden sich die einen nach außen und revoltieren gegen die Gesellschaft, die anderen ziehen sich, wie Lothar Schönes >>Einzelkämpfer<< auf sich selbst zurück und suchen die Lösung im Innern. Das Buch schildert den Prozeß seiner Loslösung von der Umwelt. Ein altes Thema. Aber das Bemerkenswerte an Lothar Schönes Erstlingsroman ist die unaufdringliche Selbstverständlichkeit, mit der er Sprachtradition und Sprachgefühl der jungen Generation miteinander verbindet.

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Leseprobe

Als er aus seinem Traum erwachte, spürte er, daß es zu spät war. Er überlegte, ob er die Augen öffnen sollte, um sich Gewißheit zu verschaffen, oder es mit geschlossenen Augen herausfinden könnte. Aber alles würde so sein wie immer. Das kleine Zimmer mit dem blanken Schreibtisch, dem runden grünen Tisch, dem mit braunen Cord überzogenen billigen Sessel, dem metallenen Schreibtischstuhl, dem Bücherbord, die ganze hübsche Einrichtung, wie die Hausmeisterin gerne sagte, würde wie immer im trüben Licht, das die Erdatmosphäe bezwungen hatte, umwoben sein. Auf dem Schreibtisch würde der schwarze Aschenbecher mit einigen Kippen darin stehen, daneben ein halb ausgetrunkenes Glas Cola, einige Bleistifte, schön gespitzt, ein paar beschriebene Bogen Papier zum Thema >>Poetischer Realismus als Stil- und Kunstbegriff des 19. Jahrhunderts<<. So war es immer. Nur das, was auf dem Papier stand, änderte sich ab und zu, aber eigentlich nur unwesentlich.

Er blieb mit geschlossenen Augen liegen. Im Haus war es still. Es mußte schon spät sein. Wieviel Uhr war es? Wie konnte er das herausfinden, ohne die Augen zu öffnen? Was würde er machen, wenn er blind wäre? Mit den Händen zur Uhr tasten, das Glas zerschlagen und dann die Zeiger abfühlen. Aber wenn die Uhr stehengeblieben war? Zum Radio kriechen, den linken Drehknopf nach rechts drehen und auf die Zeitansage warten. >>Beim Gongschlag ist es ... <<. Oder schnell die Tür aufreißen und schreien >>Ich bin bind geworden, wie spät ist es?<<

Er öffnete langsam die Augen und erkannte alles wieder. Das trübe Licht im Zimmer wurde nur an einer Stelle durch einen hellen Streifen auf der grauen Rauhfasertapete unterbrochen. Der Vorhang schloß nicht ganz. Der Streifen war sehr hell heute, es schien sich um einen lichten Tag zu handeln.

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